Dienstag, 17. April 2018

Jagdsaison für Radfahrer

Nun nahen wieder die Tage, an denen die Sonne nicht nur scheint, sondern auch ohne störende Wolken als Licht und Wärme spendender Himmelskörper wahrgenommen werden kann. Und mit der Sonne kommen auch die Radfahrer wieder raus...

Das Faszinierende am Verhältnis zwischen Autofahrer und Radfahrer: Obwohl die beiden Gruppen vermutlich eine recht große Schnittmenge haben, geht das gegenseitige Verständnis gegen Null. Und so wird dem unbeteiligten Zuschauer ein Spektakel geboten von suizidal veranlagten Radlern im Kampf gegen mörderische Kraftfahrzeugführer.

Hier und heute beschränke ich mich auf Handlungsempfehlungen für die Autofahrer. Ein entsprechender Beitrag für die Radfahrer folgt noch.

Das zugrundeliegende Problem ist: Bei fast allen Autofahrern hapert es mit dem Abschätzen von Geschwindigkeit und Entfernung. Die meisten Frauen werden wohl bestätigen, dass Männer besser prahlen als schätzen. Dass die Frau an sich nicht schätzen kann, darüber sind sich die meisten Männer einig. 

Das hat teils lustige, teils gefährliche Folgen:
  • Als ich auf einer sehr kurvigen Straße unterwegs war, kam mir auf einem keine 100 Meter kurzen Stück zwischen zwei Kurven ein Pulk Radfahrer entgegen - und ein Autofahrer, der sich unter fröhlichem Gelächter der Radfahrer (die das glücklicherweise mit Humor nahmen) in den Pulk drängen musste, weil mit mir plötzlich und unerwartet Gegenverkehr aufgetaucht war. Dieser unglückliche Fahrer hatte offenbar die Breite des Pulkes unterschätzt, die Geschwindigkeit der Radler ebenso, dafür aber die eigene Geschwindigkeit und den verfügbaren Weg überschätzt. 
  • Immer wieder erlebt man in ähnlichen Situationen, dass der Überholende entweder den Radler schneidet oder aber den Gegenverkehr in den Graben nötigt; ich selber musste auch schon wegen eines solchen Idioten (das darf man wohl so sagen) die Fahrbahn über den Grünstreifen verbreitern.
  • Andere fahren gefährlich nahe am Fahrrad vorbei; mich als Radfahrer hat einmal ein Bus überholt, viel zu langsam, viel zu dicht: Ich musste auf der Randmarkierung fahren, und dann schnitt er mich auch noch. Seitdem bin ich auf der Suche nach scharfkantigen Diamantringen.
 Konkret bedeutet das für den Autofahrer:
  1. Er sollte immer die nötige Strecke zum Überholen haben. Was beim Überholen eines PKWs meistens selbstverständlich ist, bei LKWs schon mal und bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen meistens vergessen wird, gilt auch beim Überholen von Fahrrädern: Der Weg muss reichen. Und die zum Überholen benötigte Strecke ist länger als man denkt, die Berechnung findet der interessierte Leser bei Wikipedia. Dabei sollte man auch berücksichtigen, dass gerade sportliche Radfahrer  schon mal mit 40 km/h und mehr unterwegs sein können, schneller als mancher Traktor!
  2. Was den Abstand angeht, ist mir ein Erlebnis aus der Fahrschule immer noch in Erinnerung: Ich hatte damals einen Mofafahrer mit dem Mindestabstand von einem Meter überholt. Daraufhin hat sich der Fahrlehrer fürchterlich echauffiert und er fragte, ob ich wegen der drei Sekunden, die ich dadurch vielleicht gewonnen hatte, wirklich meinen Führerschein oder mehr riskieren wollte. Wirklich verstanden habe ich das erst viel später.
  3. Als einfache Maßnahme habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, Radfahrer möglichst immer wie zweispurige Fahrzeuge zu überholen: Blinker setzen, Fahrspur wechseln, nach Kontrolle des Rückspiegels einscheren. Wer jetzt einwendet, dass man damit sich und den Gegenverkehr gefährdet, möge sich noch einmal 1. durchlesen.
  4. Wie so oft, wenn man ein langsameres Fahrzeug verfolgt, wird man bei der beschriebenen Vorgehensweise leicht zum ehrenamtlichen Stauführer. Wichtig ist, sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Die Entscheidungen am Steuer treffe ich, nicht meine Hintermänner!
Man sollte sich auch die Konsequenzen vor Augen führen, wenn es zu einem Unfall kommt. In der Regel ist der Radfahrer als der schwächere Verkehrsteilnehmer das Opfer. Und bei ihm gibt es keine Knautschzone, keine Gurte und Airbags. Wer einen Radfahrer touchiert, hat mit 99% Wahrscheinlichkeit einen Personenschaden verursacht. Die Frage ist nur, wie schwer dieser ausfällt; meistens sind es ein paar Kratzer, aber es kann auch deutlich schlimmer kommen.

Sonntag, 15. April 2018

Wer hat hier wohl Recht?






Autos in einer verkehrsberuhigten Zone, mit Bleistift habe ich (künstlerisch wenig wertvoll, wie ich einräumen muss) künstliche Verkehrshindernisse eingezeichnet. Aus Platzgründen musste ich die Verkehrsberuhigung etwas stauchen, ich hoffe aber, man kann das Wesentliche noch erkennen.

Und nun zur interessanten Frage: Wer hat Recht? Wer darf als erstes losfahren?

Dienstag, 27. März 2018

Überholen leicht gemacht (1)

Gasgeben, ausscheren und vorbei - Überholen ist eigentlich ganz einfach. Theoretisch. Nicht umsonst kann man das "vorbei" aber auch doppeldeutig lesen, man sollte sich also wohl doch Gedanken machen. 

Sonntag, 25. März 2018

Das Kind vorm Auto

Der Unfall an sich ist für die meisten Autofahrer wenig erstrebenswert. Einen Personenschaden wünscht sich niemand, noch weniger Todesopfer. Das Horrorszenario schlechthin: Ein überfahrenes Kind.

Mittwoch, 21. März 2018

Jäger und Gejagte

Erlebt hat es wohl schon jeder Autofahrer, wenngleich aus unterschiedlicher Perspektive: Die Fahrt auf der Autobahn, insbesondere in der linken Spur, hat eher den Charakter eines Nahkampfes als den entspannten Reisens. Einig ist man sich hingegen in der Bewertung: Der Böse ist eindeutig der andere!

Sonntag, 18. März 2018

Spurwechsel auf der Autobahn

Alle Tage wieder treffe ich mehrmals auf diesen Typus Autofahrer: Er fährt in der mittleren bzw. rechten Spur, wartet offenbar nur auf mich - um dann ohne Not unmittelbar vor mir auszuscheren.

Wohlgemerkt: Ich spreche nicht vom dichten Kolonnenverkehr in der linken Spur. Vielmehr geht es mir um Situationen, in denen ich mich mit deutlich höherer Geschwindigkeit nähere, während hinter mir alles frei ist. Kilometerweit (falls man mit dem Rückspiegel soweit schauen kann) kein anderes Auto - aber lieber provoziert der andere eine gefährliche Situation, als eine halbe Sekunde mit dem Ausscheren zu warten.